Kleinteilige Landwirtschaft als Antwort auf das Artensterben und den Klimawandel?!

Ein neuer Name

Oktober 2020

Wir sind mittlerweile mehrfach darauf hingewiesen worden, dass der Begriff Waldgarten irreführend ist. Als stimmigeren Namen haben wir uns auf Heckengarten geeinigt, auch wenn der Begriff "Garten" nicht so richtig passt. Habt ihr einen guten Namensvorschlag für uns?

 

Mai 2020

Fast alle Pflanzen sind angewachsen und haben gut ausgetrieben.

Eine Edelkastanie, die uns bereits mit Frostschaden geliefert wurde, hat leider nicht mehr ausgetrieben.

Wir hatten einige der Sukzessionsgehölze nicht mit Verbissschutz versehen und haben sogleich an diesen starken Fegeschaden. Wir haben nachträglich noch mehr geschützt, hoffentlich erholen sich die Bäumchen wieder.

Außerdem haben wir aufgrund des geringen Regens schon mehrere Gießaktionen durchgeführt. Der Wunsch nach einem Brunnen wächst =)

 

 

April 2020

Wir haben es endlich geschafft uns zu organisieren und die ersten Pflanzungen durchgeführt.

Die meisten Pflanzen haben wir zur Gestaltung der Hecke am Maschweg verwendet. Die Sukzessionsgehölze wie Erle, Birke und Faulbaum haben wir zum Teil auch anderen Stellen gepflanzt.

 

Da wir noch keinen Zaun haben, mussten wir die Pflänzchen einzeln mit Verbissschutz vor dem Wild retten. Danke Friedrich für den vielen Verbissschutz den wir aus dem Wald holen und somit recyceln konnten!

Die geplanten Großbäume haben wir zudem allesamt mit einem Wühlmauskorb aus unverzinktem Sechseckgeflecht versehen, die wir aus Kostengrün­­­­den selber herstellten. Beim Löcher graben hat unser Gast Dara viel Ausdauer bewiesen, der während der heißen Phase der Corona-Krise bei uns festsaß und Zuflucht gefunden hatte. Sehr zu empfehlen ist außerdem eine sogenannte Wiedehopf-Pflanzhacke.

Durch mehrere Gemeinschaftsaktionen kamen wir gut voran mit den Pflanzungen, so dass die Bäume bis Ende April alle in den Boden kamen.

 

Februar 2020

Bärbel feiert Geburtstag und unterstützt dabei den Waldgarten durch Spendengeschenke, von denen wir die meisten Bäume kaufen konnten. Zu diesem großen Anlass haben wir eine kleine Präsentation vorbereitet, die ihr im angehängten JPEG anschauen könnt.

          

Danke Bärbel =)

 

Februar 2020

Als erste größere Aktion haben wir diesen Monat mit Helfern die große Hecke am Maschweg auf den Stock gesetzt. Vieles sprach dafür:

  • Wir gewannen etwas Brennholz (4RM) für unsere geplante neue Heizung
  • viel Mulchmaterial (16m³ Häcksel), um den ersten Heckenstreifen anzulegen
  • Der Heckenrückschnitt wird zur Erhöhung der Pflanzenvielfalt in der Hecke führen
  • zusätzlich werden wir gezielt Bäume pflanzen, um Lücken zu schließen und die Heckenform zu optimieren (es fehlen bisher Großbäume) und um die Vielfalt, bzw. den Wert für Wildtiere zu erhöhen.
  • Wir brauchen Platz um den Zaun zu bauen, der den Waldgarten in den ersten Jahren vor Verbiss schützt
  • Wir gewinnen an Erfahrung, die in die Gestaltung der neuen Hecken fließen kann.

Trotzdem tat es uns seelisch weh, die vielen Pflanzen abzuschneiden. Wir haben kleine Rituale abgehalten, um auf spiritueller Ebene um Verzeihung und Verständnis zu bitten. Jetzt hoffen wir auf einen starken Austrieb und rasche Erholung der Hecke.

 

Die alte Hecke variiert sehr stark in ihrem Aufbau und ihren Pflanzen. Im vorderen ca. 30m langen Teil sind hauptsächlich Eschen und eine Weide und dazwischen und dahinter Schlehen. Im weiteren Verlauf  (ca. 50m) sind hauptsächlich Schlehen vorhanden.

Wir konnten bei den buschähnlich wachsenden Eschen anhand der Jahresringe feststellen, dass der letzte Schnitt 12 Jahre zurück liegt. In dieser Zeit sind die Stämme auf etwa 18cm Durchmesser gewachsen. Der größte Stamm hier links auf dem Bild ist 24 Jahre alt. Außerdem ist sehr deutlich zu erkennen, dass 2018 und 2019 sehr wenig Zuwachs aufweisen, was sicherlich durch die Trockenheit kommt. Das Jahr 2017 war sehr nass („das Jahr ohne Sommer“) und weist einen besonders starken Zuwachs auf. Man kann auch sehen, wie der Jahresring des größten Stammes nach dem Rückschnitt der anderen Stämme im Jahre 2008 extrem breit ist und offensichtlich viel Saft abbekommen hat.

 

Im Zuge dieser Aktion haben wir gleich auch den ersten Teil einer neuen Hecke gemulcht. Auf der mittleren und der inneren Reihe haben wir 5cm dick Kompost aufgebracht und dann 8cm dick mit Häckseln gemulcht. Teilweise haben wir eine Lage Karton eingelegt. Für die äußere Reihe hat der Kompost nicht mehr gereicht. Die sich daraus ergebenden Unterschiede nutzen wir, um Erfahrungen mit den Methoden zu sammeln.

Bei dem Bild handelt es sich um ein Panorama. Der Bogenverlauf der Hecke wird dadurch etwas verfälscht.

Die Idee ist, dass das Gras unter der Mulchschicht abstirbt und durch den Kompost Mikroorganismen eingebracht werden, und so die Bedingungen für eine Pflanzung im Winter 2020/21 optimiert werden. Die gemulchte Länge beträgt etwa 3x60m

 

Oktober 2019 - Entscheidung

Wir sind bereit. Nach zwei Besprechungen konnten wir motiviert Ja sagen - Yuhuu - zur Acker-Umgestaltung und dem erarbeiteten Vorgehen. Wir sind uns einig, dass es der richtige nächste Schritt ist, uns weiter aktiv für eine enkeltaugliche Zukunft einzusetzen. Wir haben jetzt den Pachtvertrag aufgelöst und können somit in 1 Jahr über die ganze Fläche verfügen. Danke an unseren Pächter für die langjährige Bewirtschaftung und Pflege der Fläche und die tolle Zusammenarbeit. Super, dass du uns auch in Zukunft unterstützen möchtest =)

Es tut gut, etwas unternehmen zu können, wo auf politischer Ebene ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm aktuell weit entfernt ist. Nun geht es bei uns darum die Ideen und Pläne auszuarbeiten, mit dem Ziel für Mitte nächsten Jahres einen genehmigten Förderantrag in den Händen zu halten.

 

August 2019 Die Entscheidung naht.

Wir haben einen Fahrplan entwickelt, mithilfe dessen wir zügig in die Umsetzung kommen könnten, wenn die anstehende Entscheidung der Gemeinschaft positiv ausfällt. Der Plan sieht vor, frühestens im Januar 2021 mit einer ersten Heckenpflanzung zu beginnen. In der Zeit bis dahin laufen Detailplanungen, Abstimmungen der Nutzungsmöglichkeiten, Mulchen des ersten Heckenabschnitts, Antrag zur Förderung, großflächiges Einsäen der Mulchpflanzen, Heckenschnitt und Zaunbau, Erdarbeiten und die Öffentlichkeitsarbeit.

Als erste Näherung und Arbeitsgrundlage für die Machbarkeitsstudie verwenden wir die unten abgebildete Zeichnung. Es ist schon jetzt offensichtlich, dass es einiger Anpassungen bedürfen wird.

Um die Position und Größe/Abstände der Hecken festzulegen, haben wir uns an die Angaben aus „Ökologisches Bauen“ (Umweltbundesamt M.Krusche...ISBN3762514127) orientiert. Ziel ist es, ein positives Mikroklima zu erreichen, durch Windschutz und Sonnenfallen und damit v.a. günstige Temperaturen, weniger Spätfrost, erhöhte Luftfeuchtigkeit und Taubildung, Sturm und Erosionsschutz uvm. zu erreichen.

 

Um die Angaben besser anwenden zu können, haben wir daraus einen geometrisch berechenbaren Aufbau abgeleitet, den wir maßstabsgetreu über den Grundriss des Ackers legen können. Die von uns getauften Landschaftsleitlinien und die sich ergebenden Ovale und sind in einem gewissen Rahmen skalierbar. Sehr kleine Ovale ergeben einen hohen Schattenanteil, sehr große Ovale ergeben einen geringen Windschutz. Diese Anpassbarkeit lässt sich dazu nutzen, Gegebenheiten der Fläche einzubeziehen, z.B. existierende Hecke oder ältere Einzelbäume. Auf den Leitlinien stehen die Hecken.

Auf diesem Bild haben wir stark variierte Ovale auf unseren Acker angewendet und etwa 10m breite Hecken eingezeichnet. Die Hecke hat in der Mitte eine Baumreihe mit Großbäumen wie Eiche, Linde, Walnuss, Kastanie o.ä. die höchstens aufgeastet werden. An den Flanken stehen schnellwüchsige Bäume wie Esche, Haselnuss, Weide o.ä. die etwa alle 10 Jahre "auf den Stock gesetzt", d.h. auf etwa 1m herunter geschnitten werden. Es gibt Bodendecker und Büsche und z.T. Rankpflanzen.

Die oben abgebildete Fläche macht auf mich einen sehr „waldigen“ Eindruck.

 

Wie sieht es aus mit Zugänglichkeit, Wege und Maschineneinsatz? Wir suchen einen Mittelweg zwischen Vielfalt und Arbeitseffektivität.

 

Sonderbericht IPCC über nötige Änderungen in der Lannutzung

 

 

 

 

Mai 2019: Die Waldgarten-Gruppe trifft sich zum 4. Mal

Seit unserem großen Retreat im Februar 2019 haben wir eine Planungsgruppe ins Leben gerufen, die die Machbarkeit eines Waldgartens für unsere Gemeinschaft abklären soll. Aktuell geht es viel um Fördermöglichkeiten und Regelungen. Trocken – aber vielversprechend. Wenn ihr gute Informationen für uns habt und uns unterstützen möchtet, setzt euch doch bitte mit uns in Verbindung.

 

So, oder so ähnlich, sind unsere Vorstellungen, die Entscheidung ob wir so etwas tatsächlich umsetzen wollen steht noch aus.

"Wir wandeln unseren Acker in einen Waldgarten um.
Dafür pflanzen wir gezielt Hecken und fügen Hügel und Senken ein, um ein positives Mikroklima zu erreichen und die Artenvielfalt zu fördern. Eine harmonische Gestaltung der Gesamtfläche und einzelne Rückzugsorte, wie ein Teich oder eine versteckte Lichtung, bieten dem Menschen Erholung und stärken das Beziehungsgeflecht Natur. Ein Lehrpfad mit Informationsschildern macht viele Zusammenhänge und Symbiosen im großen Spiel des Lebens deutlich. Wir setzen auf mehrjährige Pflanzen als Nahrungsgrundlage, insbesondere Nüsse, und entwickeln eine Tierhaltung, die mit der neugestalteten Landschaft eine Symbiose eingeht. An besonders günstigen Zonen betreiben wir einen kleinteiligen Acker- und Gemüsebau. Durch einen zyklischen Rückschnitt der Hecken gewinnen wir Holz, um unseren Energiebedarf zu decken und fördern gleichzeitig eine besonders artenreiche Hecke.
Wir verstehen unser Modell der Landnutzung als Alternative zur industriellen Landwirtschaft, das Böden auf-, statt abbaut, das die Resilienz einer Region steigert und globale Risiken minimiert, das ein wirksames Mittel ist gegen das Artensterben, den Klimawandel, gegen Bodenerosion und Überdüngung und Entfremdung von Mensch und Natur. Polykultur statt Monokultur.
Mit diesem Projekt setzen wir uns aktiv und konkret für die Heilung unseres Planeten ein. Wahre Heilung bezieht sich auf alle Mitspieler des Systems und wird erst dann nachhaltig und effektiv, wenn diese in Harmonie leben und sich ihrer bewusst sind. Lange Zeit versuchte die Menschheit, unabhängig von der Natur zu werden, bis wir erkannt haben: Wir sind Natur, und im Moment zerstören wir uns in rasendem Tempo selbst."