Wie in allen Arche-Gemeinschaftshäusern versammeln wir uns jeden Abend (außer Samstag und Sonntag) um ein Feuer und sprechen den folgenden meditativen Text:

"Wir alle sind Pilger und Fremde.
So lasst uns ein Feuer entzünden an der Kreuzung der Wege.
Und uns dem Ewigen zuwenden.

Schließen wir den Kreis und errichten einen Tempel im Wind;
machen wir diesen beliebigen Ort zu einem Tempel.
Denn die Zeit ist gekommen, im Geist und in der Wahrheit zu beten.
Dank zu sagen, überall und jederzeit.

Halten wir inne in der Zeit,
schaffen wir eine Mitte in all der Finsternis um uns
und seien wir der Gegenwart gegenwärtig.
Denn vergeblich jagten wir ihr nach,
dieser Gegenwart, all unsere Tage,
denn fern war sie uns in dem Augenblick, da sie war.
Jetzt ist sie da, die Gegenwart,
vor unseren Augen, in unserem Herzen.
Das Feuer ist Gegenwart, flammend und leuchtend,
ist betende Gegenwart.
Das Feuer ist Opfer dessen, was brennt.
Wärme des Lebens und Freude der Augen.
Es ist der Tod der toten Dinge und ihre Rückkehr zum Licht.
Feuer der Freude!
Leiden und Freude – eines im andern.
Liebe ist Freude im Leiden.
Das Feuer ist Leben und Tod – eines im andern.
Schein, der sich verzehrt, und Wesen, das erscheint.

Lasst uns lobsingen in der Sprache des Feuers,
verständlich und klar allen Menschen!
Und ihr, die ihr vorbeizieht in der Weite der Vier Winde,
kommt in unsere Runde und reicht uns die Hand!
Fache uns an, damit unser Gebet in Flammen emporsteigt,
damit unser Herz aus dürrem Holz und Dornengestrüpp
und sein kurz aufflackernder Lebensfunke
ein wenig dazu diene, deinen Glanz zu nähren!

Amen"

(von Lanza del Vasto)