Wir pflanzen eine Haselnusshecke auf unserem Acker. Warum? Bäume pflanzen ist toll – bringt Lebensraum, nimmt Co2 auf, kann die Schafe vor Wind schützen uvm. Hecke, weil es eine große Lücke am Rand der Schafwiese gibt, wo nur ein Zaun die Grenze bildet und der Wind pfeift. Der Platz bietet sich gut an und ist beim Heu machen auch nicht sehr im Weg. Und natürlich zum Essen, für uns, aber auch als Bienennahrung im Frühjahr.

 

Haselnüsse sind heimische Früchte, lecker und sehr nahrhaft. Leider können wir fast nur importierte Haselnüsse kaufen, die zudem auch preislich mit etwa 19€/kg (Kerne) ziemlich teuer sind. Es gibt einen Verein in Bayern, der sich dem Anbau verschrieben hat. Als mehrjährige Pflanze sollte sich der weitere Pflegeaufwand in Grenzen halten.

Um die Ernte einfach zu halten, wollen wir rechtzeitig die Wiese unter den Bäumen mähen und die Nüsse von Hand aufsammeln. Dafür ist es notwendig, dass die Bäume möglichst zur gleichen Zeit die Nüsse abwerfen. Deswegen haben wir uns auf eine Sorte beschränkt, nämlich auf „Gunslebert“. Eine Ausnahme ist die Sorte „Hallische Riese“ die als Bestäubersorte am windzugewandtem Ende der Hecke steht.

Insgesamt besteht die Hecke aus 9 Bäumchen, die hoffentlich bald größer werden (noch ist es ein 1cm dicker und 1m hoher Stengel). Durch einen eng gewählten Pflanzabstand von 3,30m bilden die Bäume hoffentlich irgendwann eine einigermaßen geschlossene Hecke.

Durch die Bedingungen auf unserer Wiese, vor allem wegen der Schafe, Rehe und Wühlmäuse, müssen wir die jungen Bäume sorgfältig schützen. Wir haben uns entschieden die ganze Reihe ein zu zäunen, da zum einen der Astansatz zu niedrig für einen Einzelschutz wäre und weil es ohne Schafkot besser zum Ernten ist. Dadurch erneuern wir auch den super maroden Zaun auf der Grundstücksgrenze. Zusätzlich bekommen die Bäumchen einen Drahtkorb aus 0,7mm verzinktem Draht  –  leider waren nur noch 6 Stück übrig, also haben 3 Bäumchen keinen Korb – die reichlich vorhandenen Wühlmäuse lassen sich bitte leicht entmutigen.

Das Zäunen ist eine harte Arbeit und der Dauerregen macht sie nicht weicher. Als Pfähle verwenden wir Eiche, 3 Jahre abgelagert, handgespalten von einem Mann aus dem Nachbardorf Brase. Der Erdlochbohrer den wir vom Baumarkt leihen wollten ist unwiederbringlich defekt, Traktoren mit Bohrern kommen uns bei dem Matsch nicht auf den Acker. Also alles von Hand.

27 Löcher für die Pfähle, 50-60cm tief. Den alten Zaun raus reißen. 9 große Pflanzlöcher 60x60x60cm um die sehr lehmige Erde mit Kompost aufzulockern. Fast 80m Knotengeflecht. Der Aufwand für die Pflanzung ist riesig, die längliche Form einer Hecke erfordert sehr viel Material bezüglich der Anzahl der Bäume. Ausgaben für die Bäume je 25€, für die Pfähle je 5€, für die Körbe je 10€, für den Zaun 40€ (wir konnten Reste wiederverwenden). Arbeit 5 Tage. Puuh, da hätten wir auch 20kg Nusskerne anstatt das Material kaufen können.

„Was braucht der Mensch zum Leben? Er braucht sinnvolle Arbeit!“